Unterwegs #mitmeike: bei der Stadtverbandsversammlung des DGB Chemnitz

Langsam häufen sich die Einladungen von Verbänden, die mich als Kandidatin zur Bundestagswahl erreichen. Da ich das ja zum ersten Mal mache, ist das oft auch ein bisschen aufregend. Dieses Mal ging es zur Stadtverbandsversammlung des DGB in Chemnitz.

Die Forderungen des DGB, für sichere Arbeit im Zeiten des demographischen Wandels, der Globalisierung und Digitalisierung zu sorgen, sind berechtigt. Gerade mit meinem Hintergrund als angehende Psychologin lehne ich eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes ab, denn schon heute können Menschen bis zu 60h(!) die Woche arbeiten. Die Befürchtung, dass die Digitalisierung für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit und für mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse sorgt, teile ich jedoch nicht. Ich sehe darin eher die Chance, eine bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit zu ermöglichen, beispielsweise durch Homeoffice, aber auch indem Videokonferenzen oder Skypetermine aufwendige Dienstreisen ersetzen. Dabei ist beim Arbeiten von Zuhause aus wichtig, dass es Betriebsvereinbarungen zum mobilen Arbeiten gibt und Ruhezeiten eingehalten werden. Eine permanente Erreichbarkeit darf nicht entstehen.

Eine weitere Forderung des DGB ist ein stabiles Rentenniveau, welches sich langfristig an die 50% des Lohns annähert. Dabei geht es letztendlich auch um die Beitragserhöhung für die Arbeitnehmer*innen. Ich sehe gerade diese Beitragserhöhung kritisch, denn wenn ab 2030 die Babyboomer-Generation in Rente geht, kommt auf ein Gehalt zwei Renten. Gerade diese jüngere Generation wird aber bei diesem Thema nicht ausreichend gehört.  Was also sind GRÜNE Ideen, die Rente langfristig zu stabilisieren?

  1. Eine Bürgerversicherung, in die auch selbstständige, Abgeordnete, später auch Freiberufler und Beamte einzahlen.
  2. Eine steuerfinanzierte Garantierente, damit langjährige Beitragszahler in jedem Fall eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhalten.
  3. Eine Stärkung der Betriebsrenten.
  4. Ein Neustart bei der privaten Altersvorsorge als Basisprodukt insbesondere für Geringverdienende.

Die wichtigste Stellschraube für gute Renten sind allerdings immer noch gute Löhne. Leider gibt es in Sachsen nur 17% Tarifbindung, hier haben die Gewerkschaften noch dicke Bretter zu bohren. Der Gender Pay Gap zeigt nach wie vor eine Lohnlücke auf. Langfristig sind insbesondere Frauen von Altersarmut bedroht. Neben einem Entgeldgleichheitsgesetz brauchen wir ein Rückkehrrecht auf Vollzeit und eine Aufwertung der Sozialberufe. Das alles bedarf aber einer ausreichend guten Kinderbetreuung vor Ort, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.

Verwandte Artikel