Mit vollem Einsatz gegen Depression

Jedes Jahr am 7. April ist Weltgesundheitstag, dieses Jahr mit dem Schwerpunkt „Depression – Let’s talk“. Vollkommen berechtigt, denn sie ist die häufigste psychische Erkrankung. Die Gründe, warum Menschen eine Depression bekommen, sind vielfältig. Einer davon ist chronischer Stress, beispielsweise auf der Arbeit.

Dieser Stress hat Folgen, das sieht man an den den Arbeits- und Unfähigkeitstagen aufgrund von psychischen Erkrankungen, die in den vergangenen zehn Jahren um 40% gestiegen sind. Psychische Erkrankungen sind damit die zweithäufigste Ursache für eine Krankschreibung.

So toll es ist, schnell zu kommunizieren und flexibel zu arbeiten: Die Modernisierung der Arbeitswelt hat dabei, neben ihren vielen positiven Errungenschaften, auch negative Folgen: Hinter dem Begriff „Burn-Out“ verbirgt sich häufig eine Depression.

Es gibt den Trend zur dauerhaften Erreichbarkeit, das sehe ich auch an mir selbst, wenn der E-Mailverkehr mit Dozenten keine Nachtruhe und kein Wochenende kennt. Oder wie oft habt ihr schon Leute sagen hören: Ich bin im Urlaub, aber übers Handy erreichbar?

Die meisten können mit den neuen Anforderungen umgehen und sich abgrenzen, ein Drittel fühlt sich jedoch durch Termin- und Leistungsdruck bei der Arbeit beeinträchtigt.

Wo bleibt da die Verantwortung der Betriebe und Unternehmen? Es gibt seit den 70er Jahren einen gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsarzt, doch das reicht offenbar nicht aus. Ich halte es für dringend notwendig, dass Arbeitgeber*innen unterstützt, aber auch dazu verpflichtet werden, für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen besser zu sorgen. Denn Arbeit darf nicht krank machen!

Aber was, wenn man bereits eine Depression hat?

Das Gute: in den letzten Jahren hat es ein Umdenken gegeben und durch die vielen Medienberichte und die breite gesellschaftliche Diskussion sind mehr Menschen als früher bereit, Psychotherapie in Anspruch zu nehmen.

Das Problem: Patient*innen warten drei Monate und länger auf einen Therapieplatz. Warum? Die Anzahl der Kassensitze wurde 1999 festgelegt und orientiert sich so schon lange nicht mehr am aktuellen Krankenstand. Stattdessen wird immer noch von einer Überversorgung ausgegangen. Hier muss dringend nachgebessert werden, um einen raschen Therapiebeginn zu gewährleisten und eine Chronifizierung zu verhindern.

„Als Bundestagskandidatin sehe ich die Politik in der Verantwortung für eine gesunde Gesellschaft. Mit einer ausgebauten Prävention in Kita, Schule und  Job, gesunden Arbeitsbedingungen und der Aufstockung der Kassensitze für Psychotherapie können wir Depression und anderen psychische Krankheiten vorbeugen und sie wirksam bekämpfen.“

 

Weiterlesen:

http://www.weltgesundheitstag.de/cms/index.asp?inst=wgt-who&snr=11293&t=2017%A7%A7Depression

Verwandte Artikel